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Mittwoch, 16. April 2014

Start in die Berg-Wandersaison 2014

Vergangenen Sonntag wollten wir es endlich wieder wissen ;-)  Wie gut in Form sind wir nach 4 Monaten ohne nennenswerte Höhenmeter-Wanderung?  Und...meine neuen Mammut-Wanderschuhe sollten ihren ersten Härtetest bestehen!

Nachdem ich aktuelle Bilder von Pelzanemonen gesehen hatte, war der Fall klar, ab ins Wallis!

Gestartet sind wir beim Bahnhof von Ausserberg. Da kamen gleich Erinnerungen an
http://ruth-pulido.blogspot.ch/2013/09/baltschiedertal-vs.html
in uns hoch.

Der Himmel zeigte sich noch mehrheitlich bedeckt und es ging ein zügiger, kühler Wind. Das machte aber gar nichts, denn es ging von Anfang an einfach immer nur AUFWÄRTS! Noch im Dorf selber erfreuten wir uns an den Schwarznasenschafherden mit Jungtieren, dem ersten Ruf des Kuckucks, an Bachstelzen und Eichelhähern. Was für eine reiche Vogelwelt!

Über eine Stunde wanderten wir auf asphaltierter Strasse, was wir etwas Schade und ermüdend fanden. Erst auf dem Rückweg sollten wir merken, dass wir eine Verzweigung verpasst hatten, die einen viel schöneren Weg mit sich gebracht hätte!

Dann ging es auf angenehmen Pfaden für eine weitere Stunde durch frühlingshaften Wald. Ab dem Weiler Leiggern schmückten dann die ersten Berganemonen die Wiesen. Bald einmal erreichten wir den "Trosibodo". Lichtblumen und Leberblümchen erweiterten nun das Blumensortiment.

Eigentlich war hier die Mittagspause eingeplant. Aber es war noch zu früh dafür, die Sonne wollte noch nicht so recht und der Wind war hier oben auf 1700 m.ü.M. recht unangenehm. Und ich hatte tatsächlich noch ein paar Kraftreserven ;-) Immerhin waren wir bis hier bereits 700m aufgestiegen. Also weiter im Text...

Nun ging es mehrheitlich durch einen herrlichen Bergwald mit wahnsinnig beeindruckenden grossen und alten Bäumen. Hier scheuchten wir die ersten Gämsen auf! Zweimal durchschritten wir
ganz wunderbare Lichtungen, mit letzten Schneeresten und immer grösseren Mengen an Lichtblumen, Krokussen und Leberblümchen in allen Farben.

Plötzlich erreichten wir eine Anhöhe und wurden von einem herrlichen Blick ins Bietschtal belohnt! Was für ein Anblick! Vor unseren Füssen gings senkrecht hinunter und der Wind bliess mit enormer Kraft vom Tal hinauf. Zu hinterst im Tal grüsste uns das Bietschhorn, etwas in Wolken gehüllt.

Nach drei Stunden ohne nennenswerten Pausen machte ich langsam schlapp, ich brauchte dringend was zu Futtern und die neuen Wanderschuhe drückten unangenehm an den Fersen.
Einen geeigneten Platz zu finden gestaltete sich etwas schwierig. Die Sonne hatte sich nun zwar durchgesetzt, aber der Wind blies weiterhin sehr stark.

So fiel die Mittagspause recht kurz aus. Nach 20 Minuten bibberte ich vor Kälte in den nassgeschwitzten Kleidern und war bereit, noch etwas höher zu steigen. Kaum waren wir ein paar Schritte gegangen, scheuchten wir die nächste Gruppe Gämsen auf. Es tat uns Leid, sie in ihrer Siesta gestört zu haben.

Als wir die Waldgrenze erreicht und überschritten hatten, traversierten wir gerade einen Steilhang mit viel Geröll und Steinen, als drei weitere Gämsen genau über uns die Flucht ergriffen. Sie lösten mit ihrem wilden Galopp über "Stock und Stein" einzelne Steine vom Hang, die natürlich auf uns zu kollerten. Ich blieb vor Schreck stehen und schaute die herunterfallenden Steine an, wie ein hypnotisiertes Kaninchen die Schlange, anstatt mich aus der Gefahrenzone zu bewegen! Aber wir hatten Glück, keiner kam zu Schaden!

Langsam mussten wir uns entscheiden, ob wir noch höher hinaus wollten oder doch besser umkehren. Wir waren nun auf einer Höhe von ca.2000 m.ü.M. , bald würden wir Schneekontakt bekommen, wir waren nach vier Stunden Aufstieg nun doch ganz schön müde (natürlich vorallem ICH, mein Mann hätte noch locker weiter gemacht) und wir hatten wie immer keine Karte oder GPS bei uns, die uns genauer über die weiterführende Route Auskunft hätte geben können. (Was für Anfänger! ;o) )

Der Vernunftsentscheid hiess umkehren. Innerlich hadernd,zockelte ich meinem Wanderführer hinter her. Wozu war jetzt diese Plackerei gut gewesen, wenn ich doch keine Pelzanemonen zu Gesicht bekommen hatte?! Schlecht gelaunt stolperte ich den steilen Hang wieder runter.

Bald einmal erreichten wir wieder den schönen Wald und wie ich da so vor mich hinstierte, ging plötzlich für mich die Sonne auf ;-)
DA waren sie endlich, die Pelzanemonen! Wir hatten sie beim Aufstieg schlicht übersehen, weil sie wegen mangelnder Sonne die Köpfchen noch geschlossen hatten. Mein Tag war gerettet, ha, ha, ha...

Ich dirigierte meinen Mann an ein sonniges Plätzchen, wo er zufrieden zu seinem Schläfchen kam,warf mich voller Wonne auf den Waldboden und widmete mich den schönen Blümchen.
Der Wind lies die Bäume um mich herum rauschen und knarzen, dass es schon fast ein bisschen unheimlich war.

Das Ergebnis dieser Aktion waren dann Hosen und Jacken voller Harz, aber das war mir herzlich egal :o)

Etwas später stieg ich dann noch zur nächsten Waldlichtung ab und schaute mir da die Lichtblumen, Berganemonen, Krokusse und Leberblümchen etwas genauer an. Die Lichtblumen in dieser Region sind viel kleiner, als ich das von anderen Regionen gewohnt bin. Aber in der Farben- und Formenvielfalt konnten sie locker mithalten. Bei dem starken Wind war es aber eine "Kunst" die filigranen Schönheiten zu fotografieren!

Nach diesem erfreulichen Foto- und Schlafhalt machten wir uns nun endgültig auf den Abstieg. Wir nahmen es aber gemütlich. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit setzten wir uns auf irgend ein Bänklein und genossen die Wärme und Aussicht. Froh waren wir auch, als wir bei Leiggern unseren Wasservorrat bei einem Bergbächlein wieder auffüllen konnten.

Am späten Nachmittag, nach 9 Stunden "on Tour", davon 7 Std. reine Wanderzeit, "landeten" wir bei unserem Ausgangspunkt.
Ich war recht zufrieden mit meiner Leistung, völlig unsportlich wie ich bin, hatte ich die 1000 Höhenmeter gut überstanden. Noch drücken die neuen Wanderschuhe etwas, aber wir werden uns in der gerade begonnenen Wandersaison schon noch an einander gewöhnen!

Nicht schlecht unser Start in die Bergwandersaison, fanden wir!

Sorry, dieser Wanderbericht ist jetzt ein bisschen langfädig ausgefallen...aber es war ja auch eine lange Wanderung ;-)












































Dienstag, 8. April 2014

Kirschblütenwanderung

Inspiriert durch http://imagesenballade.blogspot.ch/2014/04/cest-le-printemps-arisdorf.html (merci Claude!) machten wir uns am vergangenen Sonntag auf in Richtung Arisdorf.

Das Wetter war immer noch trübe, viel trüber als gehofft. Als wir oberhalb von Arisdorf unser Auto parkierten, fielen gerade die letzten Regentropfen. Doch es zeigten sich scheue Aufhellungen, wir wollten es also wagen. Frohgemut zockelten wir durch die üppig erblühte Landschaft.Kirschbäume, Löwenzahn- und Wiesenschaumkrautwiesen in Hülle und Fülle. Auf diesem Hügelzug über Olsberg hatten wir einen wunderbaren Rundumblick.Nur der Himmel machte weiter auf Grau.

Aber auch so kamen die Frühlingsfarben schön zur Geltung. Vorallem im Wald, den wir nun erreichten, begeisterte uns das frische Frühlingsgrün. Leicht absteigend näherten wir uns dem Stift Olsberg. Dort beobachteten wir amüsiert, wie zwei Border Collies eine kleine Schafherde von A nach B dirigierten...sie beherrschten ihre Arbeit perfekt.

Weiter gings, wieder aufwärts, durch Kirschbaumplantagen und wieder rein in einen Wald. Durch diesen wanderten wir nun eine geraume Zeit. Langweilig wurde uns dabei nicht...Wald im Frühling ist einfach herrlich! All diese verschiedenen Grüntöne, das aufgeregte Jubilieren der zahlreichen Vögel, der intensive Geruch nach Bärlauch...weit und breit kein Mensch...insgeheim hofften wir auf eine Begegnung mit Wildschweinen...aber die hatten an diesem Sonntagmorgen wohl was besseres vor ;-)

Nach gut zwei Stunden erreichten wir Magden. Ein hübsches Dorf, beschaulich und still...bis zu dem Moment wo sich die beiden Kirchen mit lautem Gebimmel ein Wettläuten "lieferten" ;-)
Nach einigem Hin und Her fanden wir die richtige Abzweigung und verliessen das Dorf und genossen die Abgeschiedenheit auf dem Land.

Es ging wieder aufwärts. Ähnlich wie im Emmental geht es in dieser Region stets etwas rauf oder runter. Wir kamen tatsächlich ins Schwitzen ;-) Und wieder in einen Wald hinein, der Boden übersät mit Bärlauch. Langsam knurrten unsere Mägen. Aber das Wetter war weiterhin etwas trüb und wir fanden keinen passenden Rastplatz. Wir erklommen den Halmet und schon bald sahen wir unseren Ausgangspunkt. Wieder hiess es absteigen.


Kurz vor Olsberg fanden wir endlich eine ansprechende Sitzgelegenheit und ausgehungert machten wir uns über unser Essen her. Wegen mangelnder Sonne fielen Schläfchen und Fotosession aus. Weiter gings durchs Dörfchen Olsberg und den letzten Hügel wieder hoch zu unserem Auto. Viereinhalb Stunden waren wir gewandert und die Sonne hatte es nicht geschafft, sich durch zu setzen.

Zähneknirschend und murrend stieg ich ins Auto, SO war das nicht geplant gewesen. Wir beschlossen, noch etwas durch die hübschen Dörfchen zu kurven und abzuwarten, ob Petrus nicht doch noch ein Einsehen mit uns hatte.

Und tatsächlich, nach einer Weile rissen die Wolken schlagartig auf und machten sich vom "Acker". Flugs hielten wir wieder in Olsberg. Mein Mann suchte sich ein lauschiges Plätzchen und kam so doch noch zu seinem geliebten Nickerchen....und ich...zu ein paar "Heile-Welt-Frühlings-Bildern" :o)