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Montag, 1. September 2014

Abschied...

...vom Sommer, der keiner war ;-) Hier also meine letzten "Sommerbilder"!

Ich freue mich riesig auf den Herbst, wie immer! Hoffentlich enttäuscht er mich nicht!


































Samstag, 23. August 2014

Gelmerhütte SAC

Eeeeendlich gab es letzten Sonntag wieder mal einen richtig schönen Tag zum Wandern...weder Regen noch Gewitter war angesagt, ein Wunder! :o)

Ich wälzte meine "to do" Liste, rauf und runter, mindestens drei Mal änderte ich das definitive Ziel! Spektakulär, wild, schön, mit See und hohen Bergen und nicht zu weit weg sollte es dieses Mal sein!

So fiel schlussendlich die Wahl auf die Gelmerhütte. Den Gelmersee haben wir zwar schon oft besucht, aber er ist wirklich schön für einen Stausee, da mochte es einen weiteren Besuch wohl vertragen.

Kurz nach sieben Uhr starteten wir bei Chünzentennlen. Das bescheidene Morgenrot hatten wir knapp verpasst, dank all den Sonntagsfahrern, die leider auch schon unterwegs waren. Trotzdem war der Blick auf die frisch verschneiten Berggipfel wunderschön.
Und kalt war es!

Der Weg ist wunderbar angelegt und abwechslungsreich. Schon bald erreichten wir den Gelmersee. Ein strahlend klarer Morgen empfing uns da oben, wie wir ihn schon lange nicht mehr erleben durften! Die Sonne streichelte all die Gipfel um uns rum, während wir immer noch im Schatten gingen.

Hmm, was heisst gehen...meine Foto-Stops nahmen überhand...ich konnte einfach nicht anders... zu schön war die Szenerie entlang des Sees...mein Wanderleiter zeigte sich zunehmend genervt und verschwand langsam um die nächsten Kurven und ward in der nächsten Stunde nicht mehr gesehen ;-)

Ich genoss den schönen Weg am rechten Seeufer entlang in vollen Zügen. Die Stille, die Schönheit der Natur, einfach ein perfekter Morgen. Etwas wehmütig nahm ich zur Kenntnis, dass die Alpenflora mächtig gelitten hatte unter dem schlechten Sommerwetter. Es sah aus wie im tiefsten Herbst.

Weiter oben am See galt es den Alplibach zu überqueren.
Hier mussten wir vor Jahren bei starker Schneeschmelze und dem entsprechend hohen Wasserstand umkehren , weil es mit unseren Kindern kein Durchkommen gab. Heute ist dieses Problem mit einer stabilen Brücke elegant gelöst. Ich war froh drum!

Vom anderen Seeufer sah und hörte man nun die ersten Wanderer, die sich mit der Gelmerbahn hatten hoch chauffieren lassen.
Bald stand ich zu oberst am See und wappnete mich für den nun folgenden, steilen Aufstieg. Die Kamera packte ich ein, ein Traubenzucker zwischen die Zähne und los!

Immer noch lief ich im Schatten. Die Blumen und Gräser waren von Raufreif überzogen. Die Jacke mochte man auch im Anstieg gut vertragen. Ich teilte meine Kräfte gut ein und es lief mir super. Die kühlen Temperaturen waren von Vorteil bei diesem etwas strengen Aufstieg.

Von oben herab kamen nun wahre Heerscharen von Wanderern, die die Nacht in der Hütte verbracht hatten. Da der Weg eher schmal angelegt ist, musste man dem entsprechend immer wieder ausweichen. Das brachte mich ab und zu etwas aus dem Rhythmus, aber doch nicht allzu sehr.

Bald traf ich nun auch wieder auf meinen treulosen Wanderbegleiter, der Augen rollend zu mir runterblickte ;-)
Das letzte Wegstück bis zur Hütte meisterten wir also wieder gemeinsam und erfreuten uns an dem wirklich toll angelegten Hüttenweg und den mächtigen Zacken und Zinnen um uns herum.

Auf der letzten Viertelstunde hatte uns dann auch die Sonne erreicht und bald einmal standen wir auf der Terrasse der Gelmerhütte. Was für ein famoser Ausblick von da oben!
Durchatmen und geniessen!

Trotz Sonne war es bei leichtem Wind recht kühl und ich bestellte beim freundlichen Hüttenwart ein Heissgetränk. Da es auf dieser Höhe etwas dauert, bis die Milch aufgekocht war, hatten wir Zeit, für ein nettes Gespräch. Auch er zeigte sich erleichtert, dass endlich wieder mal Wanderwetter herrschte und er eine volle Hütte zu verbuchen hatte.

Nach diesem kurzen Zwischenhalt wollten wir noch ein bisschen weiter, zur Schwemmebene des Diechterbachs und dort ein schönes, windstilles Plätzchen für die Mittagspause suchen.
Diesen Plan hatten wir schnell verwirklicht. Nach wenigen Gehminuten befanden wir uns in einer tollen Bergarena.

Mein Mann hatte immer noch nicht genug, ihn reizten die Steinwüsten Richtung Ofenhoren und Gwächtenhorn im Hintergrund. Ich weigerte mich aber, noch einen Schritt weiter zu gehen, ICH hatte mein Paradies gefunden, hier wollte ich bleiben!

Da wir noch nicht wirklich hungrig waren, einigten wir uns darauf, dass mein Mann, ohne Gepäck noch etwas rum stromern würde und ich mich derweil dem Fotografieren widmen würde.

Gesagt, getan....bald sah ich meinen Mann nur noch als kleinen blauen Punkt zuhinterst in der Schwemmebene. Ich liess diesen grandiosen Ort auf mich wirken...schaute rechts, schaute links, nach oben und nach unten...ich wusste gar nicht recht, wo anfangen...kein Mensch weit und breit.

Der Diechterbach breitete sich hier gleich mit mehreren Armen aus. Teils schmale, teils breite. Mitten drin wunderbare Felder mit blühendem Wollgras. DA wollte ich hin....wollte ich ja...als ich einen dieser etwas breiteren "Wasserarme" überqueren wollte, passierte, was wohl nach der Wahrscheinlichkeitstheorie nach Adam Riese einfach irgendwann passieren MUSS...

Ich verkalkulierte mich (ich war schon immer lausig in Mathematik, grins), trat auf einen unstabilen Stein, verlor das Gleichgewicht (mit etwas weniger Gewicht wäre das vielleicht auch nicht passiert, ha, ha) und landete, samt Kamera im Bach, der aber zum Glück nur Knöchel tief war.

Vor meinem geistigen Auge hatte ich ein "Déjà-vu" Gefühl...vor Jahren versenkte ich auf ähnliche Weise meine erste Digicam in der Rothache ;-)

In Windeseile raffte ich mich auf, nass war ich aber nun trotzdem! Mein erster Gedanke galt aber meinem "Baby" und ich trocknete die Kamera sofort ab, machte mir aber nicht wirklich Sorgen um sie, denn sie hatte nicht sooo viel abbekommen...im Gegensatz zu mir...hmmm...

Erst versuchte ich die nassen Hosen, Schuhe und Socken heroisch zu ignorieren, aber ehrlich gesagt war es ein Scheissgefühl, die kalten, klammen Kleider am Leib zu spüren. Tja, da half nur eins....ausziehen!

Ich ging zurück zu unserem Rastplatz, suchte mir eine windgeschützte Stelle und entledigte mich der nassen Sachen.
Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass die Schuhe nur wenig nass waren, im Gegensatz zu den Socken...wahrscheinlich war das Wasser einfach von oben in die Schuhe gelaufen und die Socken hatten es dann aufgesogen.

Ich wringte die Socken und Hosen so gut wie möglich aus und platzierte sie auf grossen Steinen zum Trocknen. Wieviele Stunden brauchten die wohl, um wieder trocken zu sein???
Da sass ich nun, halb nackt, wie ein begossener Pudel in dieser wunderschönen Landschaft! SO hatte ich mir meine Mittagspause nicht vorgestellt! ;-)

Ich hatte Zeit genug, um an der Wahrscheinlichkeitstheorie rum zu studieren...warum gerade hier, warum gerade jetzt?...hatte ich nicht, gerade in dieser Wandersaison, viel schwierigere Bäche erfolgreich überquert??  (mit Hilfe meines Mannes, ha, ha) Und jetzt das hier, an dieser läppischen Pfütze! ;-)

He nu, seis drum, es war ja nichts Schlimmes passiert, deswegen würde die Welt nicht untergehen und, nach Adam Riese, würde ich die nächsten paar Mal wieder sicher über jeden Bach springen können, grins.

Wenig später trudelte mein Mann wieder ein, schüttelte bei meinem Anblick nur den Kopf und meinte trocken "dich kann man auch keine 5 Min. allein lassen"...was natürlich masslos übertrieben war :o)

Wir packten unser Essen aus und mampften vor uns hin. Richtig Hunger hatte ich immer noch nicht, der halbe Liter Milch mit Ovomaltine lag mir schwer im Magen...wie sagte doch der Hüttenwart grinsend zu mir: "Mit OVO chasch nid besser, aber länger"...ha, ha... wie das jetzt hier wohl gemeint wäre...

Der Wind frischte wieder auf und es war nicht wirklich gemütlich, ich hatte kalt...also beschlossen wir bald, wieder aufzubrechen...rein in die feuchten Kleider und Schuhe...ein grausliches Gefühl, grins...aber es ging!

Die Sonne beschien unseren Abstieg nun kräftig und als wir wieder unten beim See waren, waren meine Hosen tatsächlich wieder trocken! Nun wanderten wir bei angenehmen Temperaturen am anderen Seeufer zurück bis zur Staumauer.

Dort machten wir nochmals eine längere Pause, bis wir uns am späteren Nachmittag zum Schlussabstieg aufrafften.

Trotz der ins Wasser gefallenen Mittagspause war es ein wunderprächtiger Tag gewesen :-)

Nach diesem langen Blabla nun doch noch ein paar Bilder zur Tour...aber glaubt jaaah nicht, das welche von gebadeter Fotografin dabei sind! ;-)