Copyright

Sämtliche Bilder sind durch ein Copyright geschützt. Jegliche Verwendung erfordert meine Bewilligung!

Dienstag, 21. Oktober 2014

Goldener Oktober im Lötschental VS

DARAUF haben wir wohl alle sehnsüchtig gewartet! Das vergangene Oktoberwochenende war nicht zu übertreffen an Sonne, Wärme, Licht und Farben! Einfach HERRLICH!

Wir hatten eine extrem lange Tour geplant, mit sehr früh aufstehen und so...am Freitagabend fragten uns Freunde spontan an, ob sie etwas mit uns unternehmen dürften...das Ziel sei egal, einfach schön müsse es sein...kein Problem, bei uns ist es doch überall schön ;-)

Da sie nicht so "wandererprobt" sind, verschoben wir kurzerhand unsere geplante Tour und wählten die Anenhütte im Lötschental aus für eine kleinere, einfache Rundwanderung. Spontan liess sich dann auch noch unser "Schwiegersohn in Spe" zu diesem Ausflug motivieren und so starteten wir zu fünft von der Fafleralp Richtung Guggisee.

Die Temperaturen waren noch sehr tief, das Tal lag noch im Schatten. Die ganze Truppe war etwas am "bibbern" und so stiegen wir rasch auf. Sehnsüchtig dachte ich an meine "Fotografen-Handschuhe", die zu Hause noch im Sommerschlaf weilten ;-)

Nach der Guggistaffel erreichten wir ein besonders schönes Stück Lärchenwald, das mich wie immer zu vielen Stops verleitete. Plötzlich nahm ich in einiger Entfernung eine Gestalt wahr, die regungslos neben einer grossen Lärche verharrte...was trieb der Typ da bloss, dachte ich für mich...beim weiter gehen, begegneten uns dann weitere solche Gestalten...???

Hundegebell und Geknalle...alles klar...da waren Jäger unterwegs, wie ich unmutig feststellte...wir waren etwas verunsichert...Jagd? Jetzt? Waren wir in einem Gebiet unterwegs, das gesperrt ist wegen der Jagd? Es war absolut kein angenehmes Gefühl, da weiter zu wandern...ich hoffte, dass wir nicht ungewollt in die Schusslinie irgend eines eifrigen Jägers geraten würden...

Plötzlich scheuchten wir einen Auerhahn auf, der aufgeregt davon flatterte...oh NEIN! Bitte nicht genau vor die Flinte dieser Jäger fliegen! Wir schauten alle gebannt zum Himmel und erwarteten jede Sekunde einen Schuss...nichts geschah, zum Glück!

Mit viel Lärm zogen wir weiter, die Jäger werden uns verwünscht haben ;-) Als die Sonne endlich das Tal erhellte, machten wir eine erste Znünipause. Plötzlich hüpfte ein schnuckliger Jack Russell Terrier um uns rum, sein Näschen hatte wohl unsere Sandwiches erschnuppert und er entwischte seinem Jägermeister.

Dieser tauchte schnell mal auf und dann stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Mann um einen ehemaligen Arbeitskollegen meines Mannes handelte! So ein richtig knorriger Walliser, der kein Wort zuviel von sich gab und wenn, dann in typischem Walliser Dütsch, das man kaum verstand ;-)

Wir wurden aufgeklärt, dass sie in zwei Gruppen auf Rehjagd seien und nein, für uns herrsche keine Gefahr..."dein Wort in Gottes Ohr" dachte ich zweifelnd für mich...ich muss ehrlich sagen, ich habe Nullverständnis für diese Art von Freitzeitaktivität...

Bald zogen wir weiter, der Hütte entgegen...was für eine herrliche Gegend, was für ein Tag! Auch unsere Mitwanderer waren hell begeistert und es gab viele, viele "Stops"...so kam es, dass wir fast die doppelte Zeit brauchten bis wir oben waren...aber egal, wir hatten es ja nicht eilig.

Die Anenhütte war bereits geschlossen und befand sich im Umbau, so war nix mit einkehren.
Die ausgedehnte Mittagspause nutzten die anderen zum dösen, ich zum Berge gucken...erstaunlicherweise blühten da oben zahlreiche Frühlingsenziane, was mich natürlich sehr erfreute.

Entlang der Überreste und der Moräne des Langgletschers ging es dann wieder zu Tal. Bald erreichten wir die lichten Lärchenwäldchen, die von der noch jungen Lonza durchflossen werden. Dieser Abschnitt ist für mich der schönste Teil des Lötschentales und meine Fotohalte arteten mal wieder aus.

Meine Mitwanderer zogen erbarmungslos weiter und ich war mehr oder weniger nur noch am "hinterher rennen" ;-)
Beim Grundsee gab es nochmals eine kurze Pause und bald "hetzte" man weiter....ich wär so gerne noch geblieben...;o) Aber eben, im "Truppenverband" zählen die einzelnen Interessen nicht !

Voll getankt mit Sonne, Licht, Wärme und Farben warten wir nun auf den ersten Wintereinbruch...mir graust ein bisschen davor...aber ich werd mich daran gewöhnen, wie jedes Jahr! :-)

















































Sonntag, 12. Oktober 2014

Gastlosen FR

Eine weitere ausgedehnte Wanderung führte uns rings um die Gastlosen.

Das Dörfchen Jaun lag noch im Schatten als wir uns aufmachten in Richtung Musersbergli. Anfangs waren die Wegweiser noch aufschlussreich, wir wähnten uns auf dem richtigen Weg, auch wenn es aus unser Sicht in die falsche Richtung ging. Irgendwann mussten wir dann einsehen, dass wir doch nicht auf dem richtigen Weg waren. Da wir aber schon einige Höhenmeter hinter uns hatten, hatten wir keine Lust umzukehren und so würden wir die Gastlosen halt im Gegenuhrzeigersinn umrunden...auch gut...und WIE gut, wie sich später noch heraus stellen würde...

"Neues" Etappenziel war jetzt also das Soldatenhaus. Es herrschte nun eitel Sonnenschein, eine feine Herbststimmung lag über dem Land und wir waren bald im T-shirt unterwegs. Als wir den Gastlosen immer näher kamen, gelangten wir in ihren Schatten, die Sonne hatte es noch nicht geschafft, sie zu überschreiten. Sofort wurde es merklich kühler, ein steifer Wind blies das Tal hinunter.

Das Berghaus "Chalet du soldat" erreichten wir nach 2,5 Std. mühelos. Die meisten Höhenmeter hatten wir bis hier bereits hinter uns. Vor dem nochmals steilen Aufstieg zum Wolfsort genehmigten wir uns eine Trinkpause auf der Terrasse des Hauses.
Wie man es nur in den Bergen erleben kann, schlug das Wetter innert kurzem um! Bald wabberten graue Wolken um die Gipfel herum und der Wind wurde immer unangenehmer.

Damit hatten wir (laut Wetterprognosen) überhaupt nicht gerechnet und deshalb auch keine zweite Jacke im Gepäck, (wie das sonst üblich ist für diese Jahreszeit) und so zogen wir es vor, bald weiter zu laufen. Nun folgte also der Aufstieg, die Schlüsselstelle dieser Wanderung!

Steile und rutschige Passagen waren zu überwinden, über Stein, Geröll und hohe Stufen. Bei trockenen Verhältnissen sicher einigermassen gut zu meistern. Da diese Stelle der Gastlosen aber wohl schon nicht mehr von der Sonne erreicht werden kann und es die Nacht zuvor noch geregnet hatte, präsentierte sich dieser Teil als äusserst rutschig, schmierig und unangenehm! Höchste Achtsamkeit war gefragt und ich war HEILFROH, dass wir nicht, wie eigentlich geplant, hier RUNTER laufen mussten!

Als wir den Wolfsort erreichten, war ich erleichtert und hoffte einfach nur, dass mich auf der anderen Seite der Gastlosen keine ähnliche Stellen erwarten würden. Hier hatten wir nun den höchsten Punkt der Wanderung erreicht und nun ging es auf der anderen Seite wieder runter. Eigentlich hätte man von hier aus nun einen tollen Rundumausblick gehabt, aber eben, die Wolken machten mal wieder auf Spielverderber.

Auf diesem schmalen Grat war es auch sehr kalt und wir machten, dass wir weiter kamen. Der Abstieg auf dieser Seite gestaltete sich nun einfach, es war trocken und die Wege bestanden aus Erde und Gras. Anzumerken ist noch, dass erstaunlich viele Wanderer unterwegs waren auf dieser Route. Ich bedauerte alle, die den Weg im Uhrzeigersinn machten...wenn die wüssten, was sie erwartet, waren meine Gedanken....

Nun war es Zeit für die Mittagspause, auch wenn die äusseren Umstände nicht gerade verlockend waren. Wir suchten einen halbwegs windstillen Platz zwischen grösseren Steinhaufen.
Richtig gemütlich war es nicht, wir hatten einfach KALT. So dauerte diese Pause nicht allzu lange und wir waren wieder unterwegs.

Nun schlängelte sich der Weg angenehm über Graswiesen, immer leicht absteigend. Von hier aus hatten wir das Vergnügen, den Kletterern zu zuschauen, die sich an den schroffen Wänden der Gastlosen hocharbeiteten. Wahnsinn! Es gibt schon viele Menschen, die sehr viel mutiger sind als ich! ;-)

Plötzlich erklangen von irgendwo her Alphornklänge. Das passte ausserordentlich gut in diese Bergkulisse. Das Klangerlebnis war wirklich super und es lies sich beschwingt dazu wandern. Ab und zu schaffte es sogar die Sonne, einen Gruss zu schicken!

Bald gelangten wir nun an das andere Ende der Gastlosen, noch einmal ging es jetzt abwärts und das Terrain wurde wieder steinig, feucht und sehr rutschig. "oh, ça patine" hörte man manch welschen Wanderer locker sagen...ich fand das gar nicht lustig ;-)

Als diese Rutschpartie geschafft war, gelangte man auf eine asphaltierte Alpstrasse, nun gings wieder aufwärts, bis man wirklich zu hinterst (oder zu vorderst) an den Gastlosen stand und diese nun wieder umrundete.

Hier war die Wanderzeit nach Jaun noch mit 1:40 Std angeschrieben und ich war soweit noch gut in Form, so war ich einverstanden bis runter zu laufen und nicht, wie vorgehabt den "Gastlosen Express" zu benutzen.

Über eine Alpweide gings runter und dann rein in den steilen Wald. Und hier wieder dasselbe "verhasste" Bild, rutschiger Gastlosengranit, mit feuchter Erde verschmiert, nassem Laub und Wurzeln. Hier lautete nun der Kommentar der deutschsprachigen Wanderer "Puh, was für eine seifige Sache"!

Im Schneckentempo tastete ich mich eine halbe Stunde lang Schritt für Schritt runter,  durch diesen Morast. Als wir bei einer Wegkreuzung ankamen, wo es runter nach Jaun oder links nach Musersbergli ging, war für mich der Fall klar...ich hatte die Schnauze voll von dieser Rutschpartie, also links abbiegen!

Der Weg war nun weiter rutschig, aber immerhin meist gerade! Bald einmal erreichten wir dann das Berghaus Gastlosen, wo wir uns drinnen an der Wärme eine schöne Zvieri Pause gönnten.
Hier könnte man nun die Gondel besteigen und ins Tal fahren.

Inzwischen trat aber eine Wetterbesserung ein, die Sonne gewann die Oberhand, die Landschaft zeigte sich wieder leuchtend und lieblich, so beschlossen wir, doch runter bis Jaun zu laufen, aber auf der Alpstrasse!

Dieser Abstieg gestaltete sich dann zwar etwas weitläufig, aber sehr erholsam. Zum Schluss reichte es noch für eine Viertelstunde an der Sonne sitzen auf dem Bänkli vor der Kapelle in Jaun. Ein würdiger Abschluss einer langen, manchmal etwas nervenaufreibenden (das gilt natürlich nur für mich)Wanderung!