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Donnerstag, 16. April 2015

Neues vom Frühling

Der Frühling nimmts gemütlich dieses Jahr. Ich bin ihm, wann immer möglich auf den Fersen :-)

















































Sonntag, 29. März 2015

Besuch im Zauberwald

Schon länger stand die Hundszahnlilie auf meiner fotografischen Wunschliste. Die seltenen Blumen gibt es in der Schweiz nur gerade im Tessin und in der Region Genf. Die weite Anreise war bis jetzt der Hauptgrund, dass wir den Besuch immer wieder aufschoben.

Ist es nicht paradox? Wir fahren hunderte von Kilometern um irgendwelche seltenen Naturschönheiten zu entdecken und gefährden sie so eigentlich nur mit unserem Handeln! Das schlechte Gewissen fährt stets mit, und trotzdem sind wir immer wieder unterwegs...unverbesserlich...

Gestern machten wir uns nun auf den Weg! Die Fahrt wurde zu einer wahren Odyssee...Das Wetter sah nur ein kurzes Hochfenster vor und uns war klar, dass wir an diesem Tag eigentlich in die "falsche" Richtung fahren würden, denn die Schlechtwetterfront kam von dort, wo wir hin wollten.

Aber für die Blümchenfotografie ist ja strahlendes Wetter nicht unbedingt von Vorteil.  (Für ungeduldige Mitwanderer aber schon, davon später...) Zuerst machten wir einen Umweg nach Lyss, wo wir unsere Nichte ablieferten, dann ging es weiter über Biel, Neuenburg, Lausanne und Genf. Schon bei Lausanne zogen die ersten Wolken auf. In Genf passierten wir die Schweizer Grenze nach Frankreich.

Hier leisteten wir uns nun ein paar "Verfahrer", die uns zusätzlich Zeit und Nerven kosteten. Knapp eine Stunde später als geplant kamen wir in Chevrier an. Weit und breit konnten wir keinen Wanderweg entdecken und auch kein passender Hügelzug in der Nähe....komisch...

Wir trafen einen älteren Mann beim Hecken schneiden. Nichts wie hin und in meinem "holprigen" CH- Französisch nachfragen, ob er uns den Weg weisen könne ;-) Mais oui, er konnte...wir waren auf dem Holzweg, aber völlig! Das hier war das falsche Chevrier!! Grrrrr....

Wieder zurück zum Auto, Navi neu programmieren, 45 weitere Kilometer abspulen und dann endlich im richtigen Chevrier ankommen.
Uff, was für eine Weltreise :-(
Wir waren echt froh unsere müden Glieder in Bewegung setzen zu können!

Die letzten Sonnenstrahlen begleiteten uns durch das hübsche Dörfchen. Bald betraten wir den Wald, der uns nun auf der ganzen Wanderung umgeben würde. Es handelt sich um einen wunderbaren Mischwald, der unter Naturschutz steht. Noch regte sich wenig frisches Leben, einzig zahlreiche blühende Primeln verbreiteten Frühlingsgefühle.

Der Wald begeisterte uns in seiner Ursprünglichkeit total. Man sah, dass hier die Natur schalten und walten kann, wie es ihr gefällt. Toll! Schon bald wurde der Weg recht steil, mit bald auch steinigen Passagen. Durch die noch Blätter losen Bäume erhaschten wir immer wieder einen Blick in die Talebene.

Schritt für Schritt kämpften wir uns nach oben. Ein kalter Wind war aufgekommen, aber uns war bei diesem "anregenden" Aufstieg überhaupt nicht kalt. Bald entdeckten wir die ersten, vereinzelten Hundszahnlilien! Wie schön!

Aber ehrlich gesagt war ich inzwischen völlig ausgepowert, zu hungrig und schlaff, als dass ich mich jetzt hätte hinwerfen mögen und fotografieren, wie ich das sonst tue! ;-) Soviel zu meiner aktuellen Kondition! :-(

Als wir eine Lichtung mit tollem Ausblick erreichten, entschlossen wir uns zu einer Pause. Es sah nach Regen aus. Wir wollten unser Essen noch trocken zu uns nehmen! Nie schmeckt so ein Sandwich besser, als wenn man halbverhungert ist! ;-)

Kaum regte sich wieder etwas Energie in mir, zog ich schon wieder los. Keine 15 Min. Pause gönnte ich mir! Ich wusste, ohne wärmende Sonne würde ich meinen Wanderleiter zu keinen Fotohalten animieren können. So musste ich mir einen kurzen Vorsprung verschaffen.

Nun fehlten nur noch wenige Höhenmeter um den Rücken des Vuaches zu erreichen. Mein Mann hatte mich schon wieder eingeholt und zusammen bestaunten wir nun die immer üppiger werdende Flora. Tausende Märzenglöcklein bedeckten hier den Waldboden! Der Himmel hellte sich wieder ein bisschen auf, aber leider nicht genug, dass es zu einem Sonnenbad gereicht hätte.

Bei der Kappelle von St.Victoire hatten die Anstrengungen ein Ende. Ab hier war pures Lust wandeln angesagt! Der Weg schlängelte sich angenehm über den Rücken des Vuaches durch einen wahren Zauberwald! Der Boden war über und über bedeckt mit Blümchen! Tausende und abertausende Blüten von rosa Hundszahnlilien, Blausternen, gelben Aprilglocken, Märzenbecher, Buschwindröschen!

So eine Vielfalt in solchen Mengen hatten wir noch nie irgendwo gesehen! Unglaublich schön! Fotografisch ist diese Schönheit kaum festzuhalten, man muss es mit eigenen Augen sehen, als Ganzes!
Auch das fröhlich, geschäftige Vogelgezwitscher sei noch erwähnt!
Erstaunlich wenig störte der Fluglärm der startenden Flugzeuge, die von Genf Airport her genau über dieses Gebiet fliegen!

Wäre es ein sonniger Tag geblieben, wären wir wohl Stunden lang da oben verweilt. Leider war dem nicht so und so zockelten wir dann bald wieder den Berg hinunter. Die Blümchen wurden wieder weniger, der Wald aber weiter sehr spannend, manchmal finster, manchmal chaotisch, dann wieder grün und nach Bärlauch duftend.

Die Heimfahrt meisterten wir dann bei einsetzendem Regen ohne Probleme! Was für ein Tag! Die Wanderung durch dieses herrliche Blumenparadies hat die missglückte Anfahrt mehr als wett gemacht. Fotografisch konnte ich mich zu wenig ausleben. Es ist zu befürchten, dass wir DA wieder hinfahren werden! ;-)