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Sonntag, 12. Oktober 2014

Gastlosen FR

Eine weitere ausgedehnte Wanderung führte uns rings um die Gastlosen.

Das Dörfchen Jaun lag noch im Schatten als wir uns aufmachten in Richtung Musersbergli. Anfangs waren die Wegweiser noch aufschlussreich, wir wähnten uns auf dem richtigen Weg, auch wenn es aus unser Sicht in die falsche Richtung ging. Irgendwann mussten wir dann einsehen, dass wir doch nicht auf dem richtigen Weg waren. Da wir aber schon einige Höhenmeter hinter uns hatten, hatten wir keine Lust umzukehren und so würden wir die Gastlosen halt im Gegenuhrzeigersinn umrunden...auch gut...und WIE gut, wie sich später noch heraus stellen würde...

"Neues" Etappenziel war jetzt also das Soldatenhaus. Es herrschte nun eitel Sonnenschein, eine feine Herbststimmung lag über dem Land und wir waren bald im T-shirt unterwegs. Als wir den Gastlosen immer näher kamen, gelangten wir in ihren Schatten, die Sonne hatte es noch nicht geschafft, sie zu überschreiten. Sofort wurde es merklich kühler, ein steifer Wind blies das Tal hinunter.

Das Berghaus "Chalet du soldat" erreichten wir nach 2,5 Std. mühelos. Die meisten Höhenmeter hatten wir bis hier bereits hinter uns. Vor dem nochmals steilen Aufstieg zum Wolfsort genehmigten wir uns eine Trinkpause auf der Terrasse des Hauses.
Wie man es nur in den Bergen erleben kann, schlug das Wetter innert kurzem um! Bald wabberten graue Wolken um die Gipfel herum und der Wind wurde immer unangenehmer.

Damit hatten wir (laut Wetterprognosen) überhaupt nicht gerechnet und deshalb auch keine zweite Jacke im Gepäck, (wie das sonst üblich ist für diese Jahreszeit) und so zogen wir es vor, bald weiter zu laufen. Nun folgte also der Aufstieg, die Schlüsselstelle dieser Wanderung!

Steile und rutschige Passagen waren zu überwinden, über Stein, Geröll und hohe Stufen. Bei trockenen Verhältnissen sicher einigermassen gut zu meistern. Da diese Stelle der Gastlosen aber wohl schon nicht mehr von der Sonne erreicht werden kann und es die Nacht zuvor noch geregnet hatte, präsentierte sich dieser Teil als äusserst rutschig, schmierig und unangenehm! Höchste Achtsamkeit war gefragt und ich war HEILFROH, dass wir nicht, wie eigentlich geplant, hier RUNTER laufen mussten!

Als wir den Wolfsort erreichten, war ich erleichtert und hoffte einfach nur, dass mich auf der anderen Seite der Gastlosen keine ähnliche Stellen erwarten würden. Hier hatten wir nun den höchsten Punkt der Wanderung erreicht und nun ging es auf der anderen Seite wieder runter. Eigentlich hätte man von hier aus nun einen tollen Rundumausblick gehabt, aber eben, die Wolken machten mal wieder auf Spielverderber.

Auf diesem schmalen Grat war es auch sehr kalt und wir machten, dass wir weiter kamen. Der Abstieg auf dieser Seite gestaltete sich nun einfach, es war trocken und die Wege bestanden aus Erde und Gras. Anzumerken ist noch, dass erstaunlich viele Wanderer unterwegs waren auf dieser Route. Ich bedauerte alle, die den Weg im Uhrzeigersinn machten...wenn die wüssten, was sie erwartet, waren meine Gedanken....

Nun war es Zeit für die Mittagspause, auch wenn die äusseren Umstände nicht gerade verlockend waren. Wir suchten einen halbwegs windstillen Platz zwischen grösseren Steinhaufen.
Richtig gemütlich war es nicht, wir hatten einfach KALT. So dauerte diese Pause nicht allzu lange und wir waren wieder unterwegs.

Nun schlängelte sich der Weg angenehm über Graswiesen, immer leicht absteigend. Von hier aus hatten wir das Vergnügen, den Kletterern zu zuschauen, die sich an den schroffen Wänden der Gastlosen hocharbeiteten. Wahnsinn! Es gibt schon viele Menschen, die sehr viel mutiger sind als ich! ;-)

Plötzlich erklangen von irgendwo her Alphornklänge. Das passte ausserordentlich gut in diese Bergkulisse. Das Klangerlebnis war wirklich super und es lies sich beschwingt dazu wandern. Ab und zu schaffte es sogar die Sonne, einen Gruss zu schicken!

Bald gelangten wir nun an das andere Ende der Gastlosen, noch einmal ging es jetzt abwärts und das Terrain wurde wieder steinig, feucht und sehr rutschig. "oh, ça patine" hörte man manch welschen Wanderer locker sagen...ich fand das gar nicht lustig ;-)

Als diese Rutschpartie geschafft war, gelangte man auf eine asphaltierte Alpstrasse, nun gings wieder aufwärts, bis man wirklich zu hinterst (oder zu vorderst) an den Gastlosen stand und diese nun wieder umrundete.

Hier war die Wanderzeit nach Jaun noch mit 1:40 Std angeschrieben und ich war soweit noch gut in Form, so war ich einverstanden bis runter zu laufen und nicht, wie vorgehabt den "Gastlosen Express" zu benutzen.

Über eine Alpweide gings runter und dann rein in den steilen Wald. Und hier wieder dasselbe "verhasste" Bild, rutschiger Gastlosengranit, mit feuchter Erde verschmiert, nassem Laub und Wurzeln. Hier lautete nun der Kommentar der deutschsprachigen Wanderer "Puh, was für eine seifige Sache"!

Im Schneckentempo tastete ich mich eine halbe Stunde lang Schritt für Schritt runter,  durch diesen Morast. Als wir bei einer Wegkreuzung ankamen, wo es runter nach Jaun oder links nach Musersbergli ging, war für mich der Fall klar...ich hatte die Schnauze voll von dieser Rutschpartie, also links abbiegen!

Der Weg war nun weiter rutschig, aber immerhin meist gerade! Bald einmal erreichten wir dann das Berghaus Gastlosen, wo wir uns drinnen an der Wärme eine schöne Zvieri Pause gönnten.
Hier könnte man nun die Gondel besteigen und ins Tal fahren.

Inzwischen trat aber eine Wetterbesserung ein, die Sonne gewann die Oberhand, die Landschaft zeigte sich wieder leuchtend und lieblich, so beschlossen wir, doch runter bis Jaun zu laufen, aber auf der Alpstrasse!

Dieser Abstieg gestaltete sich dann zwar etwas weitläufig, aber sehr erholsam. Zum Schluss reichte es noch für eine Viertelstunde an der Sonne sitzen auf dem Bänkli vor der Kapelle in Jaun. Ein würdiger Abschluss einer langen, manchmal etwas nervenaufreibenden (das gilt natürlich nur für mich)Wanderung!






































Montag, 6. Oktober 2014

Wildstrubelhütte SAC

Als wahre "Königsetappe" entpuppte sich die Wanderung zur Wildstrubelhütte in unserer zweiten Ferienwoche.

Mein Mann hatte sich diese Route gewünscht, weil er eine Reportage darüber im TV gesehen hatte. (Als ich Bilder von dieser
"Steinwüste" sah, war ich etwas skeptisch, und wenn echte Wanderspezialisten wie http://www.hikr.org/tour/post39583.html den Weg teilweise als "anregend" beschreiben, war das für mich bereits ein Grund, mir ein bisschen Sorgen zu machen, ob ich das schaffen würde).... aber er sollte seinen Willen haben ;-)

Während im Unterland noch ein paar Nebelschwaden rumzogen, war es beim Start, auf der Iffigenalp wolkenlos, kühl und schattig. Genau richtig für einen happigen Aufstieg von 1200 Höhenmetern!

Gerne erinnerten wir uns an eine frühere Wanderung in dieser Region http://gelegenheitsknipserin.ch/98.html . Es ist eine der unvergesslichsten Wanderungen, die wir je gemacht haben!

Also los! Die Vorgaben waren klar, es ging einfach nur aufwärts, am Anfang im Wald sogar recht steil. Aber kein Problem, wir fanden schnell das richtige Tempo und Schritt für Schritt schraubten wir uns in die Höhe, mit immer wie schönerem Ausblick ins Tal hinunter.

Bald kam der besagte "anregende"Abschnitt! Ein schmaler Weg durch die Felswände mit zum Teil grusligem Blick in die Tiefe. Erstaunlich, was die Wegmacher hier geschaffen haben! Ich war erst mal erleichtert, sowas schaff ich doch inzwischen ganz locker, kein Problem! ;-)

Nach anderthalb Stunden kamen wir in grasigeres Gelände zur Blattihütte und hier erreichten uns dann auch die ersten Sonnenstrahlen. Es blieb aber weiter kühl, befanden wir uns doch bereits auf 2000 M.ü.M. Wir fühlten uns topfit und stiegen weiter auf.

Langsam nahm die Umgebung hochalpinen Charakter an. Begriffe wie "Mondlandschaft" und "Steinwüste" gingen mir durch den Kopf. Eigentlich sah es hier oben genau so aus, wie die Woche zuvor auf der Vulkaninsel Lanzarote, einziger Unterschied, hier waren die Steine sehr hell auf Lanzarote sehr dunkel.

Bald einmal gelangten wir zum ersten der drei Rawilseeleni. Hier machten wir einen kurzen Trink- und Fotohalt. Ich tat mich schwer, eine reizvolle Perspektive dieses Seeleins zu finden. Erschwerend kam hinzu, dass das Militär hier ein Transportbahn unterhält. Die hässlichen Masten und Kabel machen es fast unmöglich ein schönes Landschaftsbild zu komponieren.

Von hier aus sah man nun auch das letzte steile Wegstück, das es zu bewältigen galt. Ein richtiger Schutthaufen! Auf dem unteren Teil trug ich die Kamera noch in den Händen, wusste ich doch, dass die drei Seelein von oben fotogener sein würden! Danach war aber noch einmal etwas Konzentration und freie Hände gefragt.

Nach etwas weniger als 4 Stunden erreichten wir die Wildstrubelhütte. Ich war mächtig stolz, dass ich dies so locker geschafft hatte, ohne kaum einmal ausser Atem zu kommen. Mein Mann meinte kurz vor dem Gipfel trocken, "hey, du hast ja sogar noch genug "Schnauf" um zu reden"! (Dem ist nicht immer so, grins)

Wir gönnten uns eine weitere Trink- und Fotopause. Herrlich war das, hier oben zu sitzen, die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen und zu geniessen! Aber auch recht kühl, schliesslich befanden wir uns auf knapp 2800 M.ü.M.

Wir konnten nur den Kopf schütteln, als plötzlich von der Wisshorelücke her zwei Mountainbiker auf der Bildfläche erschienen, vor der Hütte anhielten und der Einte seelenruhig gleich an Ort und Stelle urinierte, sich wieder auf die Bikes schwangen und rasant den Steilhang hinunter düsten, wo wir dann wenig später wieder mühevoll Schritt für Schritt runter balancierten...verrückte Kerle das!

Wir beschlossen, wieder aufzubrechen und abzusteigen um einen etwas wärmeren Platz für die Mittagspause zu finden. Der Abstieg über die "Geröllhalde" ging viel besser als befürchtet und ich war nicht unglücklich, als wir dann irgendwann den Rawilpass erreichten, wo die Gegend schon wieder viel lieblicher auf mich wirkte.

Hier genossen wir nun ein spätes Mittagessen, dösen und fotografieren inklusive! Gegen 16h wurden die Schatten bereits merklich länger und so mussten wir wieder los. Mühelos erreichten wir zwei Stunden später die Iffigenalp und waren restlos zufrieden mit unserer Wanderleistung, das war TOP! :-)